Die Villa & ihre Geschichte
Villa - damals und heute Seit 1986 ist in der Villa das heutige Familien-
und Gesundheitszentrum zu Hause. Am Anfang war das zuletzt ehemalige Kinderheim in einem bedauernswerten Zustand und es kostete viel Mut, die Renovierung in Angriff zu nehmen. Aber es hat sich gelohnt, denn bis heute ist ein modernes Haus daraus gewachsen, an dem zwar ständig weiter gearbeitet werden muss, das dafür aber auch ein unvergleichliches Ambiente bietet... Einen umfassenden Eindruck der bewegten Geschichte
vor dem Einzug der Bildungsstätte vermittelt der folgende Auszug
aus Heinz Pfälzers Buch „Wingertspöhl un Pietschtuffele“,
Geschichte und Geschichten um Rommersdorf-Bondorf. »Als ein Wahrzeichen von Rommersdorf kann man die
in einem herrlichen Park gelegene "Villa Schaaffhausen" bezeichnen;
einmal der interessanten Bauweise wegen und zum anderen der
Menschen wegen, die hier im Laufe von Jahrhunderten ein- und
ausgingen und dem Hause ein Ansehen verschafften, das
seinesgleichen in Honnef sucht. 1818 kam das Gut an den Kölner Buchhändler Lambert Bachem. Etliche Jahre wohnte der hannoveranische Oberst v. Zulke als Mieter auf dem Gut. Von 1825 bis 1836 lebte der Engländer William Dawson (ein Schwiegersohn des Herzogs von Wellington, des Siegers von Waterloo) in diesem Haus. Auch der Herzog selbst weilte für einige Zeit dort (1836). Als er eines Tages im Garten spazieren ging, kam plötzlich ein Mann, ärmlich in der Kluft eines Handwerkers gekleidet, doch mit strahlenden Augen auf ihn zu, packte ihn an den Händen und sagte fest und bestimmt: "Sie sind doch der Herzog von Wellington!" Beide erkannten sich auf Anhieb wieder. Es war der Maurer Nilles aus Honnef, Kampfgenosse des Herzogs in der Schlacht von Waterloo am 18. Juli 1815. Nach über 20 Jahren fand hier in der Villa Schaaffhausen ein freudiges Wiedersehen statt. 1841 erwarb der englische Seekapitän Lewis Agassiz die Villa von der Familie Lambert Bachem für 10966 Taler. Er errichtete 1843/44 den nördlichen Teil des Wohnhauses im sogenannten Tudorstil. Am 26. Mai 1846 ging das 54 Morgen, 54 Ruthen, 5 Fuß große Gut für 18000 Taler in den Besitz von Hubert Schaaffhausen aus Koblenz über. 1847 ließ dieser eine Wasserleitung vom Annatal her anlegen, die in der heutigen "Römerquelle" endet. Als Hubert Schaaffhausen starb (88 Jahre alt), kam
sein Sohn Hermann, der spätere Geheime Medizinalrat und Bonner
Universitätsprofessor, in den Besitz des Hauses. Er ließ den Turm
mit dem Löweneingang an der Nordseite anbringen. Nach ihm wurde
auch die an der Villa vorbeiführende Straße benannt; während die
Verlängerung (das von ihm erschlossene Annatal) den Namen seiner
Mutter Anna geb. Lorenz führt. Hermann Schaaffhausen war ein
hervorragender akademischer Lehrer, Arzt und Forscher, dessen Name
mit der Entdeckung des sogenannten "Neandertalers" verknüpft ist.
Vielen gemeinnützigen Bestrebungen schenkte er sein Interesse, vor
allem aber seiner rheinischen Heimat. Japanische Fürsten Auch Kronprinz Wilhelm von Preußen (1888) als
Bonner Student (später Kaiser Wilhelm II.) trug sich ins Gästebuch
ein. Der berühmte Berliner Mediziner Rudolf Virchow sowie die
japanischen Fürsten Atsemaro Konoye, Jaick Shinogawa und Hideo
Ikada verlebten hier ungetrübte Tage. Der rumänischen Königin
Elisabeth, einer geborenen Fürstin zu Wied, die unter dem
Dichternamen "Carmen Sylvia" bekannt ist, sowie König Oskar II. und
der schwedischen Königin Sophie diente das Haus als Wohnung. |
Der Kronprinz und das "Blaue Zimmer" In seiner Jugendzeit als Kronprinz war er oftmals
zu Gast in unserem schönen Ort. Von Bonn aus, wo er studierte, bot
ihm Geheimrat Schaaffhausen sein großes Haus im Park als Bleibe an.
Der spätere Kaiser Wilhelm II. verbrachte gerne seine Zeit in
dieser ländlichen Gegend. Er fand den Geheimrat und dessen
Schwestern Maria und Elisabeth sehr nett, liebte Spaziergänge im
gepflegten Park der Villa und in den Wäldern des nahen
Siebengebirges. Die Königin kam per Dreirad Oftmals verbrachte die Königin von Schweden ihre
Ferien in Honnef. Während der Jahre 1892 bis 1906. Sie bewohnte
während ihres Aufenthaltes private Besitzungen, z. B. die Villa
Berg (obere Hauptstraße) die Villa Brink und für uns besonders
interessant die Villa Schaaffhausen, Domizil von Geheimrat
Schaaffhausen. "Hier, kleiner Mann..." So mit sich selbst und eben dieser Hose
beschäftigt, merkte er erst spät, was da auf ihn zukam: Seine
Majestät die Königin auf einem Maulesel. Sie trug ein Kleid,
silbergrau mit kurzer Schleppe, Mantille mit breiter Schleife und
einen Kapotthut mit weißem Schleier, der ihr diskret ein wenig über
das feine Gesicht fiel. Dem Jöhännes gefiel aber der schöne Esel
mit dem gepflegten Sattel und dem geputzten Lederzeug viel besser.
Ein Page hatte das Grautier an der Leine. "Daach Frau Könijin" Eine andere Anekdote schildert noch die Art, wie
die Königin das Rheinische verstand: Et Römmelekovve Jriet, die
hier mit selbstgezogenem Gemüse handelte, begegnete der Königin,
als diese im Park spazieren ging. Et Jriet ging auf die Königin zu,
gab ihr die Hand und sagte: "Daach, Frau Könijin". Die fragte
erfreut: "Wer sind Sie denn, gute Frau?" - "Ich sin die Witfrau
Römmlekovve un hab lhne wat Jemüs jebracht". - Das weitere war
höchst belustigend, denn auf die Erwiderung der Königin: "So, Sie
sind also Witwe, dann ist Ihr Man gestorben?" sagte et Jriet: "Nä,
dä hätt sich kapott jesoffe!" Das alles klingt etwas fremd, doch
muss man wissen, dass die Königin eine geborene Prinzessin zu Wied
war und die rheinische Art verstand.« Wenn Sie zuerst über diese Einzelseite hereinkamen, hier geht es zum Haupteingang |



